Vaterland: Ohne Meer

In einem von Bergen umschlossenen sumpfigen See
lebe ich mit zwei, drei Millionen Fischen, die ich kenne.
Die Greise, die einst um ein Meer wussten, sind längst tot.
Die Felsen bewegen sich nicht, und wir haben uns angepasst.
Wir langweilen uns am Morgen
und langweilen uns am Mittag,
bis ein Gast vorbeikommt und einen flachen Stein ins Wasser wirft.
Wir sind so aufgeregt, uns stockt der Atem,
wir zappeln, wir springen hin und her,
schwimmen im Kreis, das Gesicht nach unten,
rund, wund, verirrt,
in Spiralen, Zylindern, oval.
Und wir langweilen uns am Abend
und langweilen uns in der Nacht …
Der Tag bricht an, und wir warten auf einen Gast.

_Aus dem Armenischen von Anahit Avagyan und Wiebke Zollmann

 

In order to provide services of the best quality possible, and within our service, we apply cookies files. The use of the portal without modification of cookies configuration means their placement in your terminal. If you do not accept it, we kindly request you to make respective changes in the configuration of your internet browser.